Eingebettet in die Umgebung: Sport- und Turnhalle Rottweil
Unser Entwurf im Realisierungswettbewerb für die neue Sporthalle Rottweil liest die Geschichte des bestehenden Gebäudekomplexes und ergänzt die vorhandenen Geometrien behutsam. Der neue Baukörper reagiert auf die örtliche Situation und die Topografie. Dabei drängt er sich nicht auf, sondern tritt vielmehr zurück und schafft dennoch neue Aufenthaltsqualitäten am Campus.
ProjektdatenStädtebauliche Anordnung
Der Baukörper differenziert in den höheren Sporthallenbereich und den Nebentrakt, deren einander umarmende L-Formen in einen Dialog mit dem Volumen des Albertus-Magnus-Gymnasiums treten. Im Grundriss ist der Entwurf unaufgeregt. Durch die kubische Formgebung in Beziehung zum Gymnasium wird eine neue Hofsituation geschaffen und das Gelände neu gegliedert.
Der Eingang ist gut von den Haupterschließungsrichtungen erreichbar. Mit dem zusätzlichen Nebeneingang, der zwischen den Geschosshöhen auf der Westseite der Halle angeordnet ist, gelingt ein Einbetten des Körpers in die Topografie.
Architektonisches Konzept
Durch die Platzierung des neuen Volumens können bestehende Wegeverbindungen sowie nahezu der gesamte, hochwertige Baumbestand erhalten bleiben. Der moderne Baukörper ist schlicht und einfach gestaltet. Er wird zur Ergänzung des Parks und des Campus und bildet kein eigenes, isoliertes Ökosystem aus.
Bestimmt wird das Erscheinungsbild der Halle vom Rohstoff Holz. Auch hierdurch geschieht ein Dialog mit der Umgebung und dem Baumbestand des angrenzenden Grünzugs. Baumkronen bleiben außerdem über das Hallendach hinweg sichtbar.
Ein großzügiger Glaseinsatz auf allen Seiten des Neubaus erlaubt es dem Außenraum, visuell in die Sporthalle einzudringen. Das Foyer und die westseitige Erschließungsachse der Nutzräume werden vollständig von Glas gerahmt. Eine intensive Blickbeziehung ins Grün entsteht.
Die Nebenräume auf Hallenniveau sind in die Topografie eingegraben. Im Kontrast dazu öffnet sich das Spielfeld in der Halle durch ein großes Fensterglasband zum Außenplatz und nimmt Bezug zu ihm auf.
Neben dem Lichteinfall durch das Fensterband sorgen als Trichter ausgeführte Oberlichter für natürliche Belichtung und Belüftung in der Sporthalle.
Erschließung
Die Haupterschließung der Halle erfolgt über das Foyer auf Niveau der Realschule. Über zwei parallel angeordnete, die Umkleide- und Nebenräume umklammernde Achsen – Stiefelgang und Turnschuhgang - werden ebenselbige Räume erschlossen. Saubere und mit Dreck behaftete Bereiche sind so voneinander getrennt.
Eine völlig barrierefreie Erschließung aller Räume ist über den Haupteingang und den direkt begehbaren Aufzug möglich.
Konstruktion und Materialität
Erdberührende Bauteile werden in Recyclingbeton ausgeführt. Das Tragwerk und die Fassaden werden aus Holz hergestellt.
Das Haupttragwerk der Halle spannt in Querrichtung mittels BSH-Bindern über eine Spannweite von ca. 26,8 Metern.
Die natürliche Materialität soll auch im Innenbereich sichtbar sein. Es entsteht eine warme Anmutung, ein Spiel aus Holz und Licht, das der Funktionalität einer Sportstätte zwar nachkommt, darüber hinaus aber auch das Gefühl eines Ortes schafft, der seine Besucher willkommen heißt.