09.10.2020 / Aktuelles

Interview mit Christian Gaus - Rückblick, Vorschau und welche Rolle Mut in seinem Handeln spielt

Frage: Dreiviertel des Jahres 2020 ist vergangen. Bisher ist es ein bewegtes Jahr mit unerwarteten Wendungen. Wie sieht dein bisheriges Fazit aus?

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Christian Gaus: regelmäßige Reflexion gehört zu unserem Tun und hilft beim Justieren von Zielen

Rückblickend hat sich gezeigt: durch den Ausbruch von Corona im März auch bei uns in Deutschland war schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Technisch und personell haben wir uns sehr zügig auf das Homeoffice-Arbeitsmodell für alle im Team umgestellt. Das war eine Bestätigung für unsere gute technische Ausstattung. Es hat sich jedoch gezeigt, dass wir unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen unseren Büroalltag glücklicherweise durchgehend aufrechterhalten konnten.

Vereinzelt und bei Bedarf arbeiteten Teammitglieder auch im Homeoffice. Dies gehört zum neuen „Normal“. Schnell haben wir festgestellt, dass reine Homeoffice-Arbeit dauerhaft nicht förderlich ist. Der Austausch im Arbeitsprozess (so, wie wir arbeiten) mit den Kolleginnen und Kollegen ist immens wichtig und gewollt. Eine funktionierende Mischung von Teamwork und konzentrierter individueller Arbeit ist notwendig. Wir brauchen Raum zum Treffen, Abstimmen und um uns in den Projekten weiter voran zu bringen. Gegenseitige Inspiration funktioniert mit persönlicher Begegnung.

Frage: Wie gestaltet(e) sich der Arbeitsalltag in dieser Zeit?

Der „relativ“ normale Büroalltag tat allen gut. Ein fester Anker in recht bewegter Zeit war vielen wichtig. Auch unser „Mentoring“-Ansatz, dass Erfahrene den jungen Berufseinsteiger*innen stets als Coach zur Seite stehen, konnte so weitergelebt werden. Für uns gehört dies zur Qualitätssicherung. Dass wir über Familienfreundlichkeit nicht nur sprechen, sondern diese auch leben, zeigte sich ganz besonders. Plötzlich waren auch Kinder während des Arbeitsalltags im Büro, die sonst im Kindergarten oder in den Schulen sind. Es wurde ein separater Raum zur Verfügung gestellt, in dem gemalt, gespielt und gelernt werden konnte. Home-Schooling über bereitgestellte digitale Medien inklusive. Das funktionierte super – Christian Gaus grinst – denn manchmal gab es besondere Unterstützung bei den Hausaufgaben von Leuten aus dem Team.

Frage: Was war – im Nachhinein – besonders?

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Saskia Gaus-Mens, Büroleiterin und Personalmanagerin im Austausch mit Michael Schelling (Auszubildender Bauzeichner)

Nachträglich hörten wir von anderen Unternehmen, dass Auszubildende nicht weiterbeschäftigt wurden. Das war für uns zu keiner Zeit eine Option. Für uns war und ist es wichtig, das Team so beisammen zu halten, wie es ist. Dazu gehören auch die jungen Leute in der Ausbildung. Deren Vertrauen sollte nicht gebrochen werden. Wir haben sogar zum neuen Schuljahr Anfang September einen weiteren Bauzeichner-Auszubildenden eingestellt. Das Besondere: Wir haben uns auf neue Situationen eingelassen, konnten Prozesse optimieren und auch neues ausprobieren.

Frage: Was wird sich eurer Erfahrung nach – nun nach einigen Monaten mit der Pandemie – verändern?

Wichtig ist schon jetzt die Flexibilität. Arbeiten und Wohnen verschmelzen mehr und mehr. Die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz daheim nutzen zu können, gewinnt an Relevanz. Die Menschen verbringen mehr Zeit Zuhause und somit steigt die Bedeutung der Wohnqualität. Dazu gehört neben dem Wohnraum auch das Wohn- bzw. Arbeitsumfeld außerhalb der eigenen vier Wände. Darauf reagieren unsere Auftraggeber*innen bereits jetzt. Das Umfeld, in dem sich die Menschen verstärkt aufhalten, wird kritischer betrachtet, die Anforderungen verändern sich rasant. Viel intensiver werden Aspekte der Nachhaltigkeit hinterfragt und treten in den Vordergrund. Als Mitglied der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) sind wir fachlich gewappnet und geben als eines der ersten unterzeichnenden Architekturbüros der Deklaration "Phase Nachhaltigkeit" ein klares Bekenntnis zum nachhaltigen Planen und Bauen.

Frage: Welche Schlüsse zieht ihr?

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Blick ins Büro: unsere Team-Porträts. Wertschätzung ist uns wichtig. Jede und jeder im Team wird wahrgenommen

Abschließend lässt sich sagen: Wir hatten und haben Mut - das hat sich ausgezahlt. Mutig haben wir nach vorn geschaut, haben reflektiert und uns fokussiert. Die Zeit haben wir genutzt, um unsere Stärken zu schärfen. Es funktioniert vieles wirklich sehr gut – dank Digitalisierung. So haben wir beim „digitalen Speeddating“ (initiiert von der IHK) und bei der "digitalen Nacht der Ausbildung" (der Wirtschaftsjunioren Göppingens) mitgemacht und sind begeistert, wie interessiert die Schülerinnen und Schüler waren.

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Saskia Gaus-Mens und Christian Gaus in kontinuierlichen Meetings

Wir bieten Sprechzeiten an, die online buchbar sind und freuen uns auch, Besprechungen online wahrzunehmen, um so beispielsweise lange Fahrzeiten zu sparen. Es zeigt sich jedoch: Netzwerken und informeller Austausch bleibt dabei auf der Strecke. Homeoffice ist gut und wichtig, aber funktioniert nicht immer. Direkte Begegnungen „live“ sind ungemein wichtig im Sinne der Kommunikation und des Verstehens des Gegenübers.

Wichtig – nicht nur für uns – sind gut angebundene Arbeitsplätze, kurze Wege, Kombinationsmöglichkeiten zwischen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Familie. Daher sind wir froh über unseren Standort im Boehringer-Areal in Göppingen. Sicherlich wird sich das Modell von Co-Working-Spaces nun auch schneller etablieren, da nicht jede Person täglich an einen festen Arbeitsplatz gebunden ist. Mein Fazit: Wir gehen gestärkt aus dieser (noch anhaltenden) besonderen Zeit heraus und blicken motiviert in die Zukunft. Wir haben viele Ideen und vor allem Ziele, die wir verfolgen und dabei sind, mutig umzusetzen.

Für Anfragen oder ein Kennenlernen können Sprechzeiten mit Christian Gaus reserviert werden.

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